Der Apitz vom Rhein

Der regelmäßige Blick auf die andere Seite des Rheins lohnt sich. So auch gestern – da war ich zur Ausstellungseröffnung von Michael Apitz in Boppard. „Vom Rhein“ heißt die Ausstellung. Dreißig farbenfrohe, plakative Bilder stellt das Museum Boppard noch bis zum 23. April aus. Und das Museum selbst ist auch einen Besuch wert.

Der Rhein verbindet. Ob Menschen, Kulturen, Städte, Länder. Das haben auch die Bopparder erkannt und haben sich Michael Apitz zu einer Ausstellung über den Rhein geholt. Unseren Apitz. Den Zeichner vom Spätlese-Karl. Den Künstler, Maler und Grafiker Michael Apitz.

Es macht Spaß durch die Ausstellung und zwischen den Bildern hindurch- und herumzulaufen. Der Prospekt zur Ausstellung schwärmt von einer „malerischen Rheinreise, die bei Koblenz beginnt und bei Mainz endet. Es begegnen (dem Betrachter) dabei sowohl die klassischen Motive der Rheinromantik, als auch ungewöhnliche, nie gesehene Perspektiven.“ Und dass Michael Apitz mit seiner Malerei „eine Brücke von der Romantik zur Moderne schlägt, und einen zeitgenössischen Blick auf den ‚Mythos‘ Rhein wirft. Er malt Heimat – er malt sie aus dem Inneren heraus.“
Eine Brücke schlägt er allemal – der Rheingauer in Rheinhessen. Mit seinen wunderschönen Bildern hat er die Rheingauprinzessin auf die andere Rheinseite gelockt.

 

Zum Ende der Ausstellung wird auch noch das bekannte 3,50 x 9 Meter große Triptychon im Innenhof des Musuem für ein paar Tage ausgestellt. Dieses monumentale Gemälde wurde erstmals 2006 zur Welterbefeier am Niederwalddenkmal in Rüdesheim gezeigt und besteht aus den Gemälden  Lorch und Rüdesheim (die sollen die sensorischen Feinheiten des Rieslings zeigen) sowie Assmannshausen (steht für den Spätburgunder).

Der RheingauerUnd am 30. März um 19.00 Uhr findet eine Veranstaltung rund um den „Rheingauner“ statt. Michael Apitz und Schauspieler/Musiker Klaus Brantzen laden zu einem bunten Bühnenprogramm ein, das Malerei, Musik und Literatur verbindet und von Apitz‘ sympathischer Comicfigur handelt.

 

TV-Tipp: Rheingauer auf ARTE

Gleich zwei Rheingauer waren an dem Filmchen, das ARTE am Sonntag, dem 29. Januar um 13 Uhr ausstrahlt, beteiligt. Den einen kennt man eher als berühmten Countertenor – Andreas Scholl. Der hat im Auftrag von ARTE  einen Film über seine gute Freundin Eva Fricke gemacht. Die ist Winzerin.

Das besondere an Eva Fricke: sie ist aus Norddeutschland, kam in den Rheingau um Weinbau zu studieren und hat sich hier aus eigener Kraft, ohne jegliche Familientradition, ein eigenes Weingut aufgebaut. Ihre Weine sind weit über die Grenzen des Rheingaus, aber auch Deutschlands und Europas, hinaus bekannt. Gerade erst feierte sie den Aufstieg zur dritten Traube des Gault & Millau und freut sich über ausgezeichnete Bewertungen bei Robert Parker, Falstaff sowie beim Feinschmecker. Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt Eva Fricke von Stuart Pigott – er verlieh ihr den Titel „Riesling Heroine 2016“.

Der Film von Andreas Scholl erzählt Eva Frickes Werdegang, die Besonderheiten ihres Weins und gibt schöne Einblicke in den Rheingau. Wer die Weine von Eva Fricke kennenlernen möchte: ihre Vinothek ist in Eltville, wo man ihre Weine verkosten kann. Das allerdings nur nach Voranmeldung, da das Weingut nicht immer besetzt ist. Mehr dazu hier.

Andreas Scholl wurde im Rahmen der Serie „Square Artiste“ von ARTE aufgefordert, einen kurzen Dokumentarfilm über jemanden zu produzieren, der mit dem eigenen Metier nichts zu tun hat. Das fand Andreas Scholl sehr spannend – instinktiv hätte er wohl einen Musiker ausgesucht, aber es war natürlich viel interessanter ein neues Metier zu dokumentieren und somit etwas darüber zu lernen. So zeigt die Kurz-Doku, dass sowohl seine Musik als auch Evas Weinproduktion künstlerische Tätigkeiten sind, die viel Muße, Talent und Kreativität verlangen.
Dass Andreas Scholl noch viel mehr kann als wunderschön singen, beweist er mit diesem und zahlreichen anderen filmerischen Werken. Das Filmchen für ARTE war im Nachhinein weitaus mehr Arbeit als er erwartet hatte. Nach vier Drehtagen im Rheingau und zwei Drehtagen in London war er noch zehn Tage lang für den Schnitt in Strasbourg. In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Cutter wurde aus dem gesamten Material eine Geschichte gebastelt.  Und die können wir uns jetzt am Sonntag um 13h auf ARTE anschauen.

Ich freu mich schon sehr auf den etwa 25-minütigen Film „Die andere Seite“, und dazu genieße ich mit dem Mann an meiner Seite eine leckere Flasche Seligmacher von Eva Fricke.

Der Gutenberg-Winter

Der Gutenberg-Winter ist eine alljährlich wiederkehrende Veranstaltung, die die Stadt Eltville gemeinsam mit Eltviller Vereinen, Betrieben und Organisationen von Januar bis Ende März durchführt, um uns „Banausen“ Kunst & Kultur ein bisschen näher zu bringen.

 

Das Programm, das kommende Woche startet, umfasst Konzerte, Ausstellungen, Kleinkunst, Gästeführungen, Mal-Workshops, Glühwein-Wanderungen und vieles mehr. Los geht es mit dem Neujahrskonzert „Bahn frei!“ am 11. Januar um 19.30 Uhr. Das komplette Programm findet ihr hier.

 

Ich steh ja auf so Konzerte wie „A Sentimental Journey“ mit Evergreens – findet am 11. März bei Bachmanns Wein + Kultur statt. Superspannend sind auch die Vorträge über die alten Villen am Rhein. Und besonders witzig finde ich die Pyjama-Party für Kids in der Mediathek. Also, schaut einfach mal rein ins Programm – da ist echt für jeden Geschmack was dabei. Solche Aktionen müssen unterstützt werden. Lasst den Fernseher aus und macht mit!

Und warum Gutenberg-Winter?

Wer’s noch nicht wusste: Eltville gehört zu den ersten Druckstätten der Welt. In der ganzen Stadt finden sich historische und aktuelle Spuren der „schwarzen Kunst“: Angefangen von der Gutenberg-Gedenkstätte mit der historischen Druckerpresse in der Kurfürstlichen Burg über die Gensfleisch-Häuser in der Altstadt und dem historischen Hof Bechtermünz bis hin zur Mediathek Eltville. Die ist heute kultureller Treffpunkt für Groß und Klein und sieht sich als Schnittstelle zwischen traditionellen und modernen Medien.

Wer noch mehr Infos will, kriegt die in der Tourist-Information Eltville, Burgstraße 1, 65343 Eltville am Rhein, Telefon 06123 9098-0, touristik@eltville.de

Dort gibt’s auch einen Flyer mit dem Programm. Wer’s lieber digital mag, kann sich den Flyer hier runterladen.

 

Wertstück – Kunst aus Weinanbau-Abfällen

img_5757Hinter der Marke Wertstück steckt ein junger, kreativer Kopf aus dem Rheingau – Nina Gänsler. Mit der Idee, aus Materialien, die unsere Gesellschaft nicht mehr zu gebrauchen weiß, schöne Dinge zu zaubern hat Nina auch mich (mal wieder!) begeistert. Die Materialien werden recyceled, zweckentfremdet und aufgewertet– das ganze nennt sich dann Upcyceln!

img_5760

Die Wertstücke stammen aus Abfällen aus dem regionalen Weinanbau, wie Altholz und Weinflaschen und bekommen mit viel Sinn für Schönes ein neues Aussehen und auch einen Nutzen. Dass damit auch noch ein Beitrag zur Müllreduzierung geleistet wird, ist tolle Nebensache.

 

img_5762

 

 

Bei Interesse oder für Preisanfragen gerne mit mir oder Nina selbst Kontakt aufnehmen: https://wertstueck.net/

 

img_5759   img_5763   img_5756