Der Rheingauer Klostersteig ist ein relativ neuer Wanderweg, der vom Kloster Eberbach an insgesamt 6 Klöstern vorbeiführt und in Aulhausen endet. Die Strecke beträgt ca. 30 km und kann von geübten Wanderern sicherlich an einem Tag bewältigt werden. Angenehmer sind zwei. Hat man alle 6 Klöster besucht, erhält man am Ende in Aulhausen das Eberbacher Pilgerkreuz.

   

Ich hab’s geschafft. Mit meiner Freundin Eva und den Hunden Alfons und Seppl sind wir an zwei Tagen den Klostersteig im Rheingau gelaufen.  Es war großartig, es war wunderschön, es war heiß und es war anstrengend.

Das Fazit in Zahlen:
Insgesamt 34 Kilometer Fußmarsch. 2 Frauen, 2 Rüden, 14 Zecken von den Hunden geklaubt, 2 davon mit Pinzette, 1 Bienenstich (ich!), 2 Blasen (Eva), 6 Kloster, 6 Stempel im Pilgerpass, 2 Pilgerkreuze erarbeitet, 24 supernetten Menschen begegnet ebenso wie 3 Rehen.

Wir sind nun alle vier nicht so die spirituellen Geister, wir hatten auch keine Probleme zu verarbeiten oder große Entscheidungen zu fällen – wir wollten uns einfach mal eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen, gemeinsame Zeit verbringen und mit unseren Hunden auf Tour gehen.

Neben Weg und Wanderung war unsere Übernachtungseinkehr das größte Highlight – wir haben einen kleinen Umweg nach Stephanshausen eingebaut, um dort im Landgasthaus König zu übernachten. Ich kann’s nur empfehlen. Ich bin in meinem Leben selten so herzlich begrüßt und bewirtet worden wie hier, ganz zu schweigen von der sensationellen Vesper, die uns abends serviert wurde.

   

Zum Klostersteig selbst: wir sind am ersten Tag am Kloster Eberbach gestartet, gleich den ersten Stempel in den Pilgerpass gedrückt und dann sofort bergauf. Heißt ja auch Steig! An dem Tag erreichte das Thermoter 35 Grad. Die waren auf den wunderschönen Waldwegen gut zu ertragen, dennoch haben wir langsam gemacht. Nach etlichen Stunden und 10 km Marsch erreichten wir die Pfingstbachwiesen (Oestrich-Winkel) – ich hab unsere Hunde selten so glücklich gesehen. Nicht nur sind sie direkt in den Bach gesprungen – als wir an den Teichen vorbeikamen, sind sie da auch noch reingehüpft.

Den zweiten Stempel gab’s nach 14 km dann endlich in der Basilika von Schloss Johannisberg. Das war gefühlt die härteste Wegstrecke. Nie hat eine Apfelsaftschorle besser geschmeckt als an diesem Nachmittag.

Am zweiten Tag sind wir dann von Stephanshausen einen wunderschönen Weg am Bach entlang bis zum Kloster Marienthal gelaufen. Es regnete ein bisschen, was wir nach dem heißen Vortag als sehr angenehm empfanden. Das schöne auf diesem zweiten Teil der Strecke: die Klöster liegen näher beieinander und man kommt schneller an seine Stempel. Das gibt einem so ein befriedigendes Erfolgserlebnis. Und die Klöster sind alle wunderschön. Kloster Nothgottes kannte ich noch gar nicht, hier haben wir uns ein bisschen länger aufgehalten und die absolute Stille genossen.

Beeindruckend war das Draufzulaufen auf die Abtei St. Hildegard (Rüdesheim) – man kommt von unten durch die Weinberge hoch. Ich finde dieses Kloster einfach wunderschön. Und der Empfang dort war absolut entzückend, sowohl wir als auch unsere Hunde wurden aufs herzlichste begrüßt. Hier gab’s dann erstmal eine kalte Johannisbeerschorle und ein Pilgerbrötchen (aus dem Kloster Café).

Danach weiter bergauf Richtung Aulhausen zum Kloster Marienhausen. Hier wurden wir zum Schluss der Strecke nochmal von sehr abwechslungsreichen und wunderschönen Strecken auf kleinen Trampelpfaden durch und am Wald entlang belohnt.

Insgesamt eine sehr schöne und sehr empfehlenswerte Strecke, die man vielleicht besser im Frühjahr oder Herbst laufen sollte und nicht unbedingt wie wir bei über 30 Grad. Die Aussicht auf den einzelnen Streckenabschnitten ist jedesmal wieder atemberaubend.

Noch ne Info: Es gibt ausreichend Gelegenheiten Wasser nachzufüllen (wir sind jeder mit 2,5 Liter pro Frau-Hund-Team gestartet und haben bei jeder Gelegenheit aufgefüllt). An jedem Kloster sind Toiletten verfügbar. Und allzu viel Proviant muss man nicht mitnehmen, es gibt ausreichend Möglichkeiten sich zu versorgen (u.a. Hallgarter Zange, Johannisberg, St. Hildegard).

   

Zur Vorbereitung gibt’s hier jede Menge Infos.

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