Leider bin ich in der Rheingauer Mundart nicht ganz so firm, deshalb unterlasse ich es, euch das neue Stück des Rheingauer Mundartvereins im einheimischen Dialekt vorzustellen. Aber cool finde ich die Sprache schon – vor allem wenn Ulrike Neradt und ihre Mundart-Kollegen so richtig schön loslegen.

Das neue Stück heißt De wilde Jaab oder: Die Lück im Gebück. Der Jaab (das ist ein Name) ist der Wirt der Waldschenke beim Gebück und um ihn und seine Freunde und Gäste geht es in dem Rheingauer Lustspiel mit Gesang ganze zwei Akte lang. Das Stück stammt von Alfred Becker, die Musik von Gerd Kremer.

Freut euch neben Jaab auf Elvira, seine Tochter, Willem, den Grenzwächter, das Kräuterweib Hermine, den Winzer Franz, der dem Jaab den Wein liefert, sowie dessen Sohn Fränzche. Außerdem mit dabei ein Schmuggler namens Dubbes, ein Wilddieb namens Heiner, Elviras Ferundin Nannche, ein Korporal, ein Bischöflicher Geheimer Rat und so manches mehr an wichtigen und unterhaltsamen Figuren, die für jede Menge gute Unterhaltung sorgen. Und hinter den Charakteren werdet ihr so manche bekannte Rheingauer finden. Ich war überrascht zu sehen, wer da alles mitspielt.

 

Das Stück spielt in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, vielleicht um 1655, in der noch etwas unsicheren FriedenszeitDer erste Akt beginnt in der Waldschenke beim Grenzübergang, der Lück im Gebück…später geht’s weiter auf dem Marktplatz eines Rheingauer Städtchens drunten am Rhein.

 

Und so geht’s los:

Da sin mer widder, liebe Leut!
Im Rheingau gibt’s Theater heut.
Was werd gespielt?
Mir führe euch mit unserm Stick
in der Geschicht‘ e‘ Stick zerick –
un eh‘ daß ihr euch dribber wunnert,
sin mir im sibbzehnte Jahrhunnert.
Der Dreißichjährich Kriech is um –
die Menschheit is noch immer dumm:
Trotz Friede herrscht kaa werklich Ruh,
net immer geht’s ganz friedlich zu.
Aus  dieser Zeit wird jetz bericht
vom Wilde Jaab die wild Geschicht.
Die Grenzstation am Waldesrand,
ein Wachmann im Beamtestand:
da haust der Jaab ganz keck un frei
mit seiner Waldschenk dicht debei.
Da nimmt des Stück jetz seine Lauf.
Drum saache mir: De Vorhang auf!

Tja, und wenn ihr mehr wissen wollt, dann schaut euch das ganze Stück an – es lohnt sich. Ich durfte bei der Generalprobe dabei sein. Es war toll!  Premiere ist am 8. Juni im Bürgerhaus Kiedrich. Weitere Termine sind am 9. und 10. Juni im Bürgerhaus Kiedrich, 15. und 16. September im Bürgerhaus Walluf sowie 12., 13. und 14. Oktober in der Brentanoscheune in Winkel. Karten zum Preis von je 19 Euro sind in allen Rheingauer Buchhandlungen erhältlich.

2 Comments

  1. Liebe Rheingauprinzessin, als 1. Vorsitzende des Rheingauer Mundartvereins danke ich Dir sehr herzlich für diesen tollen Beitrag. Da macht es richtig Lust, mal wieder ein schönes Mundartstück anzuschauen. Ich hoffe, dass viele diese Nachricht auch lesen und sich aufmachen nach Kiedrich am Freitag, Samstag oder Sonntag
    Weiter so . Liebe Grüße
    Ulrike Neradt

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