Im Ausland ist Rüdesheim eine der bekanntesten Städte in Deutschland. Im Inland interessieren sich Menschen aus allen Himmelsrichtungen für das Städtchen mit der berühmten Drosselgasse. Bei den Rheingauern genießt Rüdesheim eine ganz eigenartige Stellung, ein bisschen wie eine alte Erbtante: Sie gehört dazu und ist schon auch wichtig, aber ständig mit ihr abgeben will sich kaum einer. Sie ist ja auch ein bisschen altmodisch, in die Jahre gekommen und nicht trendy. Aber eben doch ne Erbtante.

Mich persönlich fasziniert die Stadt. Es macht Spaß, durch das Zentrum zu bummeln und den Besuchern von nah und fern zuzuschauen. Rüdesheim hat einiges an interessanten Bauwerken zu bieten. Auch die Geschäfte und gastronomischen Betriebe sind es allesamt wert, dass wir einen zweiten und dritten Blick auf und in sie hineinwerfen. Ich entdecke jedesmal neue Schätzchen.

Mittendrin

Die Oberstraße ist gefüllt mit einem Mix aus bunten Läden und Locations. Da gibt’s eine Weinhandlung mit Gewölbekeller, die sich komplett auf japanisches Publikum ausgerichtet hat. Dann ein Laden mit Asbachpralinen oder der Käthe-Wohlfart-Laden voll mit weihnachtlichen Dekoobjekten. Zwischendrin urige Kneipen, Cafés und Eisdielen. Was wenige vermuten ist, dass man hier auch traditionelle und gemütliche Straußwirtschaften findet wie die vom Herbert Philipp oder dem Edi Scholl.

Und die Drosselgasse ist halt echt was ganz besonderes. Vor allem: zu jeder Tageszeit ein bisschen anders. Morgens eine ruhiges Gasse, abends mit Musik aus jeder Ecke. Und zu bieten hat sie einen äußerst gelungen Mix aus Kunstcafe (Artcafè), Modeboutique (Darwins Daughters), Kaffeehaus (Engel) sowie mehreren Hotels und Restaurants, die leckeres Essen und Live-Musik bieten.

Aktiv unterwegs

Zu tun gibt es auch jede Menge, ob Fahrt mit der Seilbahn zu ehrwürdigen Germania (betrieb geht am 21. März wieder los!), Spaziergang durch den Osteinschen Park oder gleich die gesamte Ringtour mit Marsch von der Germania rüber nach Assmannshausen und dort mit dem Sessellift oder auch zu Fuß nach unten und dem Schiff zurück nach Rüdesheim.

Schöner Film meiner Blogger-Kollegen rheingaugold.de über die Ringtour.

Absolut sehenswert ist Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett. Über 300 Exponate kann man dort bewundern und vor allem lautstark erleben. Wer noch nicht da war, sollte das schnellstens nachholen. Allein das Gebäude mit original alten Steinböden und Deckenmalereien ist einen Besuch wert. Bemerkenswert auch der Blick aus dem rückwärtigen Fenster: da sieht man den Weinberg und die Gondeln, die zum Niederwald hinaufschweben.

Ein paar ganz fantastische Lost Places hat Rüdesheim auch zu bieten, wie zum Beispiel das leerstehende Schloss Groenesteyn in der Verlängerung der Oberstraße. Ein Hammerbau und riesengroß. Und es gibt noch mehr, die ich gerne noch erkunden möchte. Vielleicht gibt’s dazu bald mal einen separaten Blogbeitrag.

Hots Spots gibt’s auch: so war ich total überrascht wie viele junge Leute ich nach einem Weihnachtsmarktbesuch im letzten Jahr in der Vinothek Querfeldwein getroffen habe. Das wurde ein megalustiger Abend mit Gästen und den Bedienungen.

Essen und Schlafen

Auch Essen gehen kann man in Rüdesheim ganz fantastisch, und abgezockt wird hier keiner. Da gibt es die neueren Locations wie das Casa Pettinari oder das Stellwerk am Bahnhof. Wer richtig viel Hunger auf gutbürgerliche, deftige Küche hat ist u.a. in den Ratsstuben, dem Winzerkeller oder den Altdeutschen Weinstuben bestens aufgehoben. Aber ganz ehrlich: probiert einfach mal was aus und lasst euch überraschen.

Geschlafen hab ich auch schonmal in Rüdesheim, im Hotel Felsenkeller, mitten in der Stadt, neben der Talstation der Seilbahn – inklusive Blick darauf. Das war ein Erlebnis, das mir keiner mehr nehmen kann. So einen Kurzurlaub in der Heimat kann ich nur empfehlen. Man ändert mal den persönlichen Blickwinkel. Tut gut.

Viele hilfreiche Tipps gibt’s hier.

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