Ein echtes Schmückkästchen, Schätzchen und absolutes Highlight im Rheingau ist das Hotel und Restaurant Krone in Assmannshausen. Die Krone. Es gilt als das älteste Hotel Deutschlands, das auch heute noch als Hotel geführt wird. Die Tradition geht bis ins Jahr 1541 zurück. Damals war es Herberge und Gaststätte für die Schiffstreidler. Das waren die Kerle, die die Schiffe mit Seilen den Rhein stromaufwärts zogen. Bei starker Strömung oder wenn nur wenige Treidler zur Verfügung standen, kamen die Schiffe nur sehr langsam voran – so entstand im Volksmund aus dem Begriff treideln das Wort trödeln. Wissenswertes nur so am Rande.

Historisches

Ein historisches Marmorbad, das zu einer der Suiten gehört –
inzwischen um eine Sauna modernisiert.

Über die Jahre mauserte sich das ehemalige Treidlergasthaus allmählich zum Spitzenhotel. Zahlreiche Anbauten und Erweiterungen folgten, das Haus wurde ausgeschmückt. So manche Promis und VIPs gaben sich hier die edlen Klinken in die Hand. Ob Royals wie Königin Sissi und Wilhelm I (anläßlich der Einweihung des Niederwalddenkmals) oder auch Politiker wie Walter Scheel, Helmut Kohl, Francois Mitterrand und Theodor Heuss, Kunst- und Kulturschaffende wie Clemens Brentano, Robert und Clara Schumann oder auch Achim von Armin. Sie alle waren gern gesehene und begeisterte Gäste des Hauses. Der Lyriker Ferndinand Freiligrath schrieb angeblich sein politisches Manifest genau hier in der Krone, weshalb sich in seinem damaligen Zimmer heute ein kleines Museum befindet. (Aktuell kann das leider nicht besucht werden, da es einem Wasserschaden zum Opfer fiel und nun erstmal denkmalschutzgerecht wieder repariert werden muss.)

Besonders schön

Zahlreiche unterschiedliche Besitzer bauten das Hotel zu dem aus und um, was heute noch erkennbar ist: ein Parkhotel im romantischen Stil, mit viel Fachwerk, Türmchen und Erkern. Schon 1928 konnte das Haus seine Gäste mit einem eigenen Schwimmbad beglücken. Das Schwimmbad wurde seitdem natürlich mehrfach modernisiert. Es liegt hinter einem kleinen Park zurückgesetzt mit Blick auf den Rhein.

Die insgesamt 66 Zimmer sind alle sehr unterschiedlich, von klein und funktional bis prächtig und üppig groß. Die Suite ganz oben unter dem Dach finde ich besonders gelungen mit kuscheliger Sitzecke in einem großzügigen Erker und gleich zwei gemütlichen Nischen direkt unterm Dach. Da möchte man sich am liebsten im Winter oder bei schlechtem Wetter einnisten, dem Wetter und dem Rhein lauschen und beobachten, ob es hier tatsächlich Hausgeister gibt. Das wird gemunkelt und meist stimmt das ja bei so alten Häusern.

Sehr viele Zimmer sind romantisch eingerichtet – mit Baldachinen über den Betten, einige sogar mit Kamin und verschnörkelten Badezimmern. Andere aber auch mit moderner Sauna. Reizvoll sind die verschiedene Blickwinkel – mal auf den Rhein, mal auf die Weinberge. Einige Suiten und Zimmer bieten sogar beides.

Beim Schlendern durchs Haus fallen einem viele zauberhafte Dinge auf, hier eine besonders schöne Tür, dort eine aufwändige Verzierung. Und dann die vielen historischen Bilder, die überall hängen. Alleine die zu betrachten lohnt schon einen Besuch.

Mag sein dass die Krone aktuell nicht dem heutigen Anspruch einer Viele-Sterne-Residenz entspricht, aber ehrwürdig, komfortable und faszinierend ist sie auf jeden Fall und wer es historisch-plüschig-romantisch mag, der wird sich hier, so wie ich, sehr, sehr wohl fühlen.

Das Restaurant

Wunderschön: das Hotel-eigene Service.

Das Restaurant hält mit den Top-Restaurants des Rheingaus locker mit. Dafür sorgen schon allein Chefkoch Mathias Döhring und sein Team. Döhring blickt auf Stationen bei Witzigmann und Lafer zurück. Hier in der Krone legt er wert auf hohe Qualität und kreative, moderne Gerichte. Die Karte ist klein gehalten, aber auf Wunsch wird zubereitet, was der Gast wünscht. Auch vegane Gerichte sind jederzeit möglich. Vegetarier und Veganer sollten sich also keinesfalls von der eher Fisch- und Fleischlastigen Karte abschrecken lassen. Das Essen genießen die Gäste entweder im Innenbereich oder auf der schönen Terrasse, stets gut umsorgt von einem engagierten und sehr freundlichen Team. Übrigens gibt’s hier auch Kaffee & Kuchen!

Die Bilder sind von meiner lieben Freundin (c) Kerstin Leitner, die mich mit viel Begeisterung durchs Haus begleitet hat.

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